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Goldenes Dach am ZOB Gummersbach

Im Zuge der städtebaulichen Neustrukturierung des Steinmüller-Areals, einer 18 ha großen Industriebrache zur Regionale 2010, ist in Gummersbach bis Ende 2015 ein neuer zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) entstanden. Die beeindruckende Nachtwirkung des Baukörpers plante Prof. Stefan Hofmann von der Lichtwerke GmbH in Köln unter anderem mit LED-Lichtkomponenten von Insta.

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Im Zuge der städtebaulichen Neustrukturierung des Steinmüller-Areals, einer 18 ha großen Industriebrache zur Regionale 2010, ist in Gummersbach bis Ende 2015 ein neuer zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) entstanden. Damit verfügt Gummersbach nun über das lang ersehnte, repräsentative Entree in die Stadt. Dessen architektonischer Charakter wird von einem golden strahlenden Dachkörper bestimmt,der von pape+pape architekten in Kassel entwickelt wurde. Für die Nachtwirkung des Baukörpers zeichnet sich Prof. Stefan Hofmann von der Lichtwerke GmbH in Köln verantwortlich. Der Lichtplaner vertraut in seinem Konzept unter anderem auf LED-Lichtkomponenten von Insta. Im Zuge der Planungen wurde das alte, in die Jahre gekommene Bahnhofsgebäude entfernt und der zentrale Busbahnhof dorthin verlagert. Für den neuen Standort in unmittelbarer Nähe der Bahngleise planten pape+pape architekten ein 130 m langes und 10 bis 25 m breites Dach, das durch Form und Material einen würdigen Auftakt für von Süden Ankommende schafft. Es besteht aus einem polygonal gefalteten Korpus – formal entwickelt aus der gebrochenen Struktur der Felsen in der Umgebung und zugleich der leichten Kurve der Bahngleise folgend. Die Untersicht der polygonalen Dachfigur glänzt scheinbar golden, erzeugt durch eine Verkleidung aus Aluminiumbronze-Schindeln. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Farbigkeit und Filigranität des Sockelbauwerks, das komplett aus anthrazit eingefärbtem Sichtbeton besteht. Dem Sockel entspringen die Dach tragenden Stützen, welche geneigt angeordnet sind und ungewohnt schmal wirken. Unterbrochen wird die Sockelfigur genau an dem Punkt, an dem das Bauwerk einen Knick macht durch eine Freitreppe in der Verlängerung der Unterführung. Zusätzlich verbindet eine Rampe parallel hinter dem Sockelbauwerk die Ebene der Unterführung mit dem Straßenniveau. Das Funktionsgebäude neben der Treppe, in dem sich das Servicezentrum mit Mobilitätszentrale, Kiosk, Warteraum und WC-Einrichtungen befindet, liegt zentral zum gesamten Busbahnhof-Gelände. Ein repräsentatives Bauwerk wie der Gummersbacher Busbahnhof sollte auch durch eine besondere Beleuchtung in Szene gesetzt werden. So fokussierten die Planer der Lichtwerke GmbH aus Köln ihren Entwurf ganz auf die Architektur, ohne dabei die Normen und Vorgaben zu vernachlässigen, die bei Bauwerken wie Bahnhöfen noch ein bisschen komplizierter sind, da die Sicherheit oberste Priorität hat. Prof. Stefan Hofmann trennt seine Entwurfsidee in eine funktionale und eine emotionale Beleuchtung auf, die beide zusammengebracht werden müssen. Das Bauwerk prägend ist die Beleuchtung des goldenen Dachs, wodurch nicht nur die Architektur hervorgehoben, sondern auch für die notwendige, gleichmäßige Grundbeleuchtung gesorgt wird. Verantwortlich hierfür sind zwei über die gesamte Länge parallel verlaufende, diffus abstrahlende und wetterfeste LED-Lichtbänder vom Typ LEDLUX LH linear. Diese sind in der Mittelachse über den senkrechten Scheiben eingelassen und können durch das integrierte Netzteil direkt an 230 V betrieben werden. Mit dem besonders warmweißen Licht von 2700 K betonen die LED-Lichtbänder die Wirkung der Oberfläche ideal, wobei zusätzlich eine indirekte Ausleuchtung mit einer Beleuchtungsstärke von rund 100 lx entsteht. Ergänzt wird diese durch ebenfalls warmweiße, ins Dach eingelassene Downlights, welche die Bushaltebereiche durch ihren spürbar engen Lichtkegel in ein druckvolles Licht hüllen. Der Effekt: Die Lichtbänder schaffen ein strahlendes, fast schon einbettendes Umfeld, in dem die Licht-Hotspots eine gewisse Dramaturgie erzeugen. Außerdem entsteht der Eindruck, dass das Licht an der Unterseite des Dachs vom kräftigen Licht der Spots stammt, denn die Lichtbänder in der Mittelachse sind so hoch angeordnet, dass man nicht sehen kann, woher dieses Licht tatsächlich stammt. „Licht statt Leuchten“ nennt das Stefan Hofmann – und so wird der Gummersbacher Busbahnhof zu einem leuchtenden Objekt im neuen Zentrum der Stadt.

09.09.2017